Range of Motion – volle oder Teilwiederholungen?
Voller Bewegungsradius (Full ROM) wird in vielen Untersuchungen häufig günstiger eingeordnet als Teilwiederholungen. Teilwiederholungen können je nach Übung und Ziel ergänzend genutzt werden.
Was Range of Motion bedeutet
Der Range of Motion (ROM) beschreibt den Bewegungsumfang einer Übung – vom gestreckten bis zum gebeugten Gelenkwinkel. Bei der Kniebeuge wäre Full ROM eine Abwärtsbewegung, bei der die Oberschenkel mindestens parallel zum Boden liegen. Partial Reps (Teilwiederholungen) beschränken die Bewegung auf einen Teilbereich – etwa Viertel- oder Halbkniebeugen.
Evidenz zu vollem ROM
| ROM | Hypertrophie-Effekt |
|---|---|
| Full ROM | Höher |
| Partial ROM (Mittelbereich) | Niedriger |
| Partial ROM (gedehnter Bereich) | Gleichwertig bis leicht höher |
| Partial ROM (verkürzter Bereich) | Deutlich niedriger |
Was die Studien zeigen
Pallarés et al. (2021) verglichen in einer randomisierten Studie Kniebeugen mit vollem ROM und Halbkniebeugen über 10 Wochen. Die Full-ROM-Gruppe zeigte signifikant höhere Zuwächse bei Oberschenkel-Muskelquerschnitt und Maximalkraft – trotz geringerem Arbeitsgewicht. Eine Meta-Analyse von Wolf et al. (2023) im Sports Medicine Journal bestätigt den Vorteil von Full ROM über mehrere Muskelgruppen hinweg – besonders ausgeprägt bei Übungen wie Kniebeuge, Bankdrücken und Bizeps-Curl.
Warum der gedehnte Bereich so wichtig ist
Mechanische Spannung im gedehnten Muskel löst laut Franchi et al. (2017) einen stärkeren Hypertrophie-Reiz aus als im verkürzten Bereich. Der Muskel wird während der Dehnung passiv vorgespannt, die Aktivierung der Proteinsynthese ist höher. Praktisch bedeutet das: Tiefe Kniebeugen, volle Dips und komplett ausgestreckte Bizeps-Curls erzeugen mehr Wachstum als halbe Wiederholungen.
Wann Partial Reps sinnvoll sind
Teilwiederholungen haben in bestimmten Szenarien ihre Berechtigung:
- Nach Muskelversagen: Kurze Partials im Anschluss an einen vollen Satz können zusätzliche mechanische Spannung erzeugen.
- Gelenkschonung: Bei Knie- oder Schulterproblemen können reduzierte ROM-Übungen schmerzfrei trainiert werden.
- Spezifisches Training: Powerlifter trainieren oft partielle Bewegungen, um Schwachstellen in bestimmten Bereichen zu verbessern.
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Auf die WartelisteQuellen
- Wolf, M., et al. (2023). Partial vs. Full Range of Motion Resistance Training: A Systematic Review and Meta-Analysis. Sports Medicine. PubMed
- Pallarés, J. G., et al. (2021). Full squat produces greater neuromuscular and functional adaptations and lower pain than partial squats after prolonged resistance training. Scand J Med Sci Sports. PubMed
- Maeo, S., et al. (2023). Triceps brachii hypertrophy is substantially greater after elbow extension training performed in the overhead versus neutral arm position. Eur J Sport Sci. PubMed
- Franchi, M. V., et al. (2017). Skeletal Muscle Remodeling in Response to Eccentric vs. Concentric Loading: Morphological, Molecular, and Metabolic Adaptations. Frontiers in Physiology. PubMed