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Range of Motion – volle oder Teilwiederholungen?

Paul Hummel Zuletzt geprüft 20. April 2026 4 Min Lesezeit
Kurze Antwort

Voller Bewegungsradius (Full ROM) wird in vielen Untersuchungen häufig günstiger eingeordnet als Teilwiederholungen. Teilwiederholungen können je nach Übung und Ziel ergänzend genutzt werden.

Was Range of Motion bedeutet

Der Range of Motion (ROM) beschreibt den Bewegungsumfang einer Übung – vom gestreckten bis zum gebeugten Gelenk­winkel. Bei der Kniebeuge wäre Full ROM eine Abwärtsbewegung, bei der die Oberschenkel mindestens parallel zum Boden liegen. Partial Reps (Teilwiederholungen) beschränken die Bewegung auf einen Teilbereich – etwa Viertel- oder Halbkniebeugen.

Evidenz zu vollem ROM

ROMHypertrophie-Effekt
Full ROMHöher
Partial ROM (Mittelbereich)Niedriger
Partial ROM (gedehnter Bereich)Gleichwertig bis leicht höher
Partial ROM (verkürzter Bereich)Deutlich niedriger

Was die Studien zeigen

Pallarés et al. (2021) verglichen in einer randomisierten Studie Kniebeugen mit vollem ROM und Halbkniebeugen über 10 Wochen. Die Full-ROM-Gruppe zeigte signifikant höhere Zuwächse bei Oberschenkel-Muskelquerschnitt und Maximal­kraft – trotz geringerem Arbeitsgewicht. Eine Meta-Analyse von Wolf et al. (2023) im Sports Medicine Journal bestätigt den Vorteil von Full ROM über mehrere Muskelgruppen hinweg – besonders ausgeprägt bei Übungen wie Kniebeuge, Bankdrücken und Bizeps-Curl.

Besonders der gedehnte Bereich der Bewegung scheint entscheidend für Hypertrophie zu sein. Studien von Maeo et al. (2023) zeigten, dass Teilwiederholungen nur im gedehnten Bereich (Long Length Partials) ähnlich gute Zuwächse erzielen wie voller ROM – deutlich bessere als Teilwiederholungen im mittleren oder verkürzten Bereich.

Warum der gedehnte Bereich so wichtig ist

Mechanische Spannung im gedehnten Muskel löst laut Franchi et al. (2017) einen stärkeren Hypertrophie-Reiz aus als im verkürzten Bereich. Der Muskel wird während der Dehnung passiv vorgespannt, die Aktivierung der Proteinsynthese ist höher. Praktisch bedeutet das: Tiefe Kniebeugen, volle Dips und komplett ausgestreckte Bizeps-Curls erzeugen mehr Wachstum als halbe Wiederholungen.

Wann Partial Reps sinnvoll sind

Teilwiederholungen haben in bestimmten Szenarien ihre Berechtigung:

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Quellen

  1. Wolf, M., et al. (2023). Partial vs. Full Range of Motion Resistance Training: A Systematic Review and Meta-Analysis. Sports Medicine. PubMed
  2. Pallarés, J. G., et al. (2021). Full squat produces greater neuromuscular and functional adaptations and lower pain than partial squats after prolonged resistance training. Scand J Med Sci Sports. PubMed
  3. Maeo, S., et al. (2023). Triceps brachii hypertrophy is substantially greater after elbow extension training performed in the overhead versus neutral arm position. Eur J Sport Sci. PubMed
  4. Franchi, M. V., et al. (2017). Skeletal Muscle Remodeling in Response to Eccentric vs. Concentric Loading: Morphological, Molecular, and Metabolic Adaptations. Frontiers in Physiology. PubMed
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische, ernährungsmedizinische oder therapeutische Beratung. Bei Erkrankungen, Schwangerschaft, Medikamenteneinnahme oder Unsicherheiten sollte fachlicher Rat eingeholt werden.