Start/Fragen/Grundlagen

Was ist die Muskelproteinsynthese?

Paul Hummel Zuletzt geprüft 15. April 2026 4 Min Lesezeit
Kurze Antwort

Die Muskelproteinsynthese bezeichnet den physiologischen Prozess, in dem im Skelettmuskel neue Proteinstrukturen aufgebaut werden. Krafttraining und die Zufuhr essenzieller Aminosäuren sind in der Fachliteratur als die zentralen Reize dieses Prozesses beschrieben (Atherton & Smith, 2012).

Der biologische Ablauf

Die Muskelproteinsynthese (Muscle Protein Synthesis, MPS) erfolgt an den Ribosomen und wird maßgeblich über den mTOR-Signalweg reguliert. Zwei Reize steuern den Prozess: mechanische Belastung durch Krafttraining und die Zufuhr essenzieller Aminosäuren (Atherton & Smith, 2012).

Die Rolle von Leucin

Leucin wird in der Fachliteratur als Schlüssel-Aminosäure im mTOR-Signalweg beschrieben. In den Studien von Norton et al. (2009) lag der Spitzenwert der Synthese-Aktivierung bei einer Leucinmenge von rund 2,5 bis 3 Gramm pro Mahlzeit, was in etwa 20 bis 40 Gramm hochwertigem Protein entspricht. Nach der EU-Gemeinschaftsliste (VO 432/2012) tragen Proteine zum Erhalt und zur Zunahme der Muskelmasse bei.

Zeitlicher Verlauf

Nach einem Krafttraining bleibt die MPS beim untrainierten Menschen für 24 bis 48 Stunden erhöht. Mit zunehmendem Trainingsalter verkürzt sich dieses Zeitfenster auf etwa 24 Stunden, weshalb höhere Trainingsfrequenzen (2× pro Muskelgruppe pro Woche) für Fortgeschrittene empfohlen werden (Damas et al., 2016).

Die Muskelproteinsynthese steht im Wechselspiel mit dem Muskelproteinabbau. Morton et al. (2018) beschreiben in ihrer Meta-Analyse eine tägliche Proteinzufuhr von 1,6 bis 2,2 g/kg Körpergewicht als typischen Referenzbereich in Studien zum Krafttraining.

Behalte deine Proteine mit GymLog AI im Überblick

GymLog AI hilft dir, deine Proteinaufnahme über den Tag strukturiert zu erfassen.

Auf die Warteliste

Quellen

  1. Atherton, P. J., & Smith, K. (2012). Muscle protein synthesis in response to nutrition and exercise. J Physiol, 590(5). PubMed
  2. Norton, L. E., et al. (2009). The leucine content of a complete meal directs peak activation but not duration of skeletal muscle protein synthesis. J Nutr, 139(6). PubMed
  3. Damas, F., et al. (2016). A review of resistance training-induced changes in skeletal muscle protein synthesis. Sports Medicine, 45(6). PubMed
  4. Morton, R. W., et al. (2018). A systematic review, meta-analysis and meta-regression of the effect of protein supplementation on resistance training-induced gains in muscle mass and strength. BJSM, 52(6). PubMed
  5. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 – Liste zugelassener gesundheitsbezogener Angaben. eur-lex.europa.eu
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische, ernährungsmedizinische oder therapeutische Beratung. Bei Erkrankungen, Schwangerschaft, Medikamenteneinnahme oder Unsicherheiten sollte fachlicher Rat eingeholt werden.