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Was ist Kreatin?

Paul Hummel Zuletzt geprüft 15. April 2026 4 Min Lesezeit
Kurze Antwort

Kreatin ist eine körpereigene Substanz, die in Muskelzellen als schnelle Energiereserve dient. Als Nahrungsergänzung gilt Kreatin-Monohydrat laut International Society of Sports Nutrition als das am besten untersuchte Supplement im Kraftsport.

Die biologische Rolle

Kreatin wird aus den Aminosäuren Glycin, Arginin und Methionin in der Leber und in den Nieren gebildet. In der Muskelzelle wird es zu Phosphokreatin umgewandelt, das bei kurzen intensiven Belastungen die Rückbildung von ATP — dem universellen Energieträger — beschleunigt (Kreider et al., 2017).

Wirkung als Supplement

Eine tägliche Zufuhr von 3 bis 5 Gramm Kreatin-Monohydrat erhöht die intramuskulären Kreatinspeicher (Kreider et al., 2017). Gemäß der EU-Verordnung 432/2012 trägt Kreatin bei einer täglichen Aufnahme von mindestens 3 Gramm zu einer Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei kurzzeitiger, schneller Belastung im Rahmen kurzer intensiver körperlicher Betätigung bei. Eine Meta-Analyse über 60 randomisierte kontrollierte Studien (n = 1.297) zeigte einen statistisch signifikanten, kleinen bis moderaten Effekt auf die Maximalkraft der unteren Extremitäten (Cohen's d 0,24–0,34) (Lanhers et al., 2015). Der Effekt auf Hypertrophie ist indirekt — über eine höhere Trainingsqualität.

Natürliche Quellen

Kreatin kommt natürlich in Fleisch und Fisch vor — etwa 3 bis 5 Gramm pro Kilogramm rohes Rind- oder Schweinefleisch. Vegetarier und Veganer nehmen über die Ernährung entsprechend weniger Kreatin auf (Antonio et al., 2021).

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR, 2006) stuft Kreatin bei gesunden Erwachsenen in haushaltsüblichen Dosen als unbedenklich ein. Die in den ersten Wochen beobachtete Gewichtszunahme von ein bis zwei Kilogramm resultiert aus intrazellulärer Wassereinlagerung, nicht aus Körperfett.

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Quellen

  1. Kreider, R. B., et al. (2017). International Society of Sports Nutrition position stand: safety and efficacy of creatine supplementation in exercise, sport, and medicine. JISSN, 14:18. jissn.biomedcentral.com
  2. Lanhers, C., et al. (2015). Creatine Supplementation and Lower Limb Strength Performance: A Systematic Review and Meta-Analyses. Sports Medicine, 45(9). PubMed
  3. Antonio, J., et al. (2021). Common questions and misconceptions about creatine supplementation. JISSN, 18:13. jissn.biomedcentral.com
  4. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR, 2006). Bewertung von Kreatin in Nahrungsergänzungsmitteln. bfr.bund.de
  5. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission — Liste zugelassener gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel. eur-lex.europa.eu
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische, ernährungsmedizinische oder therapeutische Beratung. Bei Erkrankungen, Schwangerschaft, Medikamenteneinnahme oder Unsicherheiten sollte fachlicher Rat eingeholt werden.